Fondation Edouard et Maurice Sandoz (FEMS)
Die Fondation Edouard et Maurice Sandoz (FEMS) in Pully wurde 1982 gegründet. Ihr Ziel ist es, das Kunstschaffen anzuregen und junge Künstler, Institutionen, Gesellschaften oder Stiftungen von öffentlichem Interesse mittels Zuschüssen, Preisgeldern oder auf andere Art und Weise zu unterstützen. Zu den Aufgaben der FEMS gehört ebenfalls die Pflege und Verbreitung des literarischen, musikalischen und künstlerischen Schaffens von Edouard Marcel Sandoz (21. März 1881 - 20. März 1971) und von Maurice Sandoz (2. April 1892 - 5. Juni 1958). Dies geschieht einerseits durch die Sammlung der verschiedenen Manuskripte, Ausgaben, Studien, Artikel, Dokumente und weiterer Werke, andererseits durch die Organisation von Ausstellungen, die Publikation oder Edition der Werke sowie allenfalls durch die Produktion von Kino- oder Fernsehfilmen.
Die FEMS verfolgt ausschliesslich künstlerische und kulturelle Zielsetzungen. Den zahlreichen Auszeichnungen in der Westschweizer Kultur-Landschaft zum Trotz findet das künstlerische Schaffen nur wenig substantielle Förderung. Mit der Verleihung des Prix FEMS ist das Ziel verbunden, einem Künstler einen wesentlichen Schritt in seiner Entwicklung zu ermöglichen. Der Prix FEMS bedeutet einerseits eine finanzielle Unterstützung und damit die Möglichkeit, ein umfangreiches Projekt erfolgreich realisieren zu können, andererseits wird dem Preisträger die Chance eröffnet, sein Werk einem breiteren Publikum vorzustellen. Dabei ergeben sich zudem Kontakte mit Persönlichkeiten, deren Einfluss für die weitere Verbreitung des Werkes wichtig ist.
Mit dem Förderpreis über CHF 100'000.- wird seit 1996 jedes Jahr eine Künstlerin oder ein Künstler ausgezeichnet, dessen Projekt die Jury des Prix FEMS überzeugt. Abwechslungsweise geht der Preis an einen Repräsentanten aus den Bereichen Bildhauerei, Literatur, Malerei und Musik.
1997 wurde der Preis einem Künstler aus dem Bereich der bildenden Kunst zugesprochen. Der Bildhauer Jean Stern erhielt die Auszeichnung für sein Projekt "Paysages Instantanés". 1998 wurde der Prix FEMS auf dem Gebiet der Literatur vergeben. Eingereicht werden konnten Beiträge aus den Kategorien Theater und Erzählungen/Novellen. Den Preis erhielt die Schriftstellerin Anne-Lou Steiniger für ihr Projekt "Les Jours qu'il me reste à vivre". Der Preis 1999 ist dem Lausanner Maler und Graveur Zivoslav Ivanovic verliehen worden. Der Künstler, der sich Zivo nennt, erhielt den Förderpreis, um sein Projekt "Des passages Âne-Oiseau" zu vollenden. Das Werk wurde im Herbst 2000 im Museum Jenisch in Vevey ausgestellt. Die vierte Vergabe des Prix FEMS im Jahr 2000 erfolgte im Bereich Klassische Musik und Ballettmusik. Der Preis ging an den Genfer Komponisten Xavier Dayer für sein Projekt einer Ballett-Musik unter dem Titel "Sept Fragments de Faust", inspiriert von einem Werk des portugiesischen Schriftstellers Fernando Pessoa. Mit dem Preis des Jahres 2001 wurde der Berner Bildhauer Urs-Peter Twellmann ausgezeichnet. Er hat mit dem Preisgeld sein Skulptur-Freiluftprojekt (Landart / Art in Nature) vorangetrieben. Sein künstlerisches Schaffen führte ihn nach Australien, Kanada, Russland und in die Baltischen Staaten. Im sechsten Jahr seines Bestehens ging der Prix FEMS 2002 an den in Lausanne geborenen und in Berlin lebenden Schriftsteller Yves Rosset. Sein Werk "Oasis de transit" ist eine Mischung aus einem persönlichen Reisetagebuch und einem literarischen Bericht.
Für die siebte Verleihung des Preises, der im Jahr 2003 Jahr im Bereich der Malerei zum Thema "Nouveaux Paysages" vergeben wurde, reichten rund 250 Schweizer Künstler und Künstlerinnen ihre Werke und Projekte ein. Die Jury hat sich für die in Zürich geborene und lebende Malerin Rosina Kuhn ausgesprochen. Sie erhielt diese Auszeichnung für ihr Projekt "Neue Landschaften", welches die vier Himmelsrichtungen sowie die vier Tages- und Jahreszeiten reflektiert. Turnusgemäss ging der Prix FEMS 2004 an ein Musikprojekt. Im Jahr 2005 wurde erstmals in der Geschichte des Prix FEMS für die 43 eingereichten Projekte der Bildhauerkunst kein Preis vergeben.
Der Prix FEMS 2006 wird einem Künstler aus dem Bereich der Literatur verliehen. Der Preis steht schweizerischen oder seit mindestens 5 Jahren in der Schweiz lebenden Künstlerinnen und Künstlern offen.