Der Uhrenkomplex

Parmigiani Fleurier besitzt im Gebiet der hohen Schweizer Uhrmacherkunst eine stark geprägte Identität. Daneben hat die Firma in der neuenburgischen Region des Val-de-Travers auch eine ausschlaggebende wirtschaftliche und industrielle Stellung inne. Die Geschichte von Parmigiani Fleurier ist mit diesem Tal eng verknüpft. Die Tatsache, dass Michel Parmigiani Fleurier als Standort für seine erste Werkstatt 1976 wählte, bezeugt seine starke Verbundenheit mit einer Region, die nach den schwarzen Jahren als wirtschaftlich geschädigt galt, als die mechanischen Uhrenmacherei von der aufkommenden elektronischen Produktion verdrängt wurde. Die Sandoz-Familienstiftung teilte den Glauben von Michel Parmigiani an ein Wiederaufleben der industriellen Bedeutung dieser Gegend. Sie beschloss im Jahr 1996, die Gründung der Marke Parmigiani Fleurier zu unterstützen. Dies war der Ausgangspunkt für ein Erholung der handwerklichen und industriellen Uhrengewerbes in dieser Region, was wiederum weitere renommierte Marken anzog, sich in der Gegend niederzulassen. Parmigiani Fleurier leistete dabei Pionierarbeit; es gelang ihr, seit Jahrhunderten bestehende Fachkompetenzen in der Uhrenbranche zum Leben zu erwecken. Parmigiani Fleurier hat zusammen mit dem eng mit ihm verbundenen Uhrenkomplex der Sandoz-Familienstiftung, dem sogenannten Pôle horloger, in Fleurier über 350 neue Arbeitsplätze geschaffen. Mit dem Ziel, das bestehende Fachwissen für die Zukunft zu erhalten, bildet die Manufaktur praktisch in sämtlichen Bereichen der Uhrenproduktion Lehrlinge aus.

Seit dem Jahre 2000 wurden bedeutende industrielle Herausforderungen überwunden, stets mit der Unterstützung der Sandoz-Familienstiftung, einem zuverlässigen Kenner des  Schweizerischen Fachwissens. Ein umfassender handwerklicher und industrieller Komplex – die MHF, Manufactures Horlogères de la Fondation – wurde gebaut, in dem das Fachwissen der verschiedenen Bereiche zusammenkommt. Von der Spiralfeder über das Räderwerk, vom Gehäuse bis zum Zifferblatt werden dort alle Kettenglieder zusammengefügt und bilden eine vollständig vertikal aufgebaute Manufaktur, die für die hochwertige Qualität ihrer Erzeugnisse einsteht. Ergänzend zur bestehenden Manufaktur tragen die in La Chaux-de-Fonds und im Juragebiet erworbenen Spezialeinheiten dazu bei, die gewünschte Eigenständigkeit zu erzielen. So wurden sukzessiv diverse spezialisierte Firmen übernommen: im Dezember 2000 Atokalpa, ein im Bereich der Formdreherei spezialisiertes Unternehmen, welches in Alle (Kanton Jura) die verschiedensten Bestandteile eines Uhrwerkes herstellt; im Januar 2001 Elwin in Moutier (Kanton Bern), ein Spezialist für Fassondreherei und die Ausrüstung von Fertigungsmaschinen; im Mai 2000 Les Artisans Boîtiers in La Chaux-de-Fonds (Kanton Neuenburg), ein Hersteller von Uhrengehäusen. Im Laufe der 12 letzten Jahre hat der Uhrenkomplex der Sandoz-Familienstiftung die Anzahl der Mitarbeiter verzehnfacht. Heute vereinigt dieser umfassende Komplex 450 Handwerker, 50 verschiedene Berufssparten, vier Produktionsstätten und entsprechend viele regional geprägte Uhrenkulturen.