Verhaltensökologie und Mikrobielle Ökologie im Dienste der Vögel
Ein Projekt unter der Leitung von Professor Philipp Heeb, unterstĂĽtzt von der Sandoz-Familienstiftung
Im Bereich der Verhaltensökologie werden Forschungen zu den morphologischen Eigenschaften durchgeführt, die den Erfolg monogamer Vögel erklären, sowie zu Bakteriengemeinschaften, welche bei Vögeln die Federn zersetzen und das gastrointestinale System kolonisieren. An der Universität Lausanne werden seit dem Jahr 2000 zwei Lehrveranstaltungen sowie praktische Arbeiten durchgeführt, die sich mit den Grundlagen des Verhaltens von Tieren und mit der Verhaltensökologie befassen. Das von Philipp Heeb geleitete und von der Sandoz-Stiftung unterstützte Projekt geniesst zudem die Unterstützung des Schweizerischen Nationalfonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung.
Die von Philipp Heeb geleitete Forschungsgruppe befasst sich mit den morphologischen Eigenschaften, die den Reproduktionserfolg von monogamen Vögeln erklären. Er untersucht den Einfluss der individuellen Signaleigenschaften auf die Partnerwahl; die elterlichen Investitionen; die Vaterschaft ausserhalb des Paarbundes und den Bakterienbefall. Gearbeitet wird sowohl im Feld - mit Staren- und Meisenpopulationen - als auch im Labor, wo mit Hilfe von molekularbiologischen Verfahren die Vaterschaft festgestellt wird.
Die Gruppe untersucht ausserdem eine Bakteriengemeinschaft, welche bei Vögeln die Federn zersetzt und das gastrointestinale System kolonisiert. Hier stellt sich die Frage, ob sich das Vorhandensein dieser Bakterien in der Natur auf die Entwicklung der Gefiedereigenschaften und auf das Verhalten der Vögel auswirkt. Durch die Kombination der methodischen Vorgehensweisen der Verhaltensökologie und der Mikrobiellen Ökologie möchte die Gruppe neue Beziehungen zwischen diesen Organismen aufzeigen, die sich dasselbe Habitat teilen.
Schliesslich wurde ein weiteres Forschungsprojekt über die Interaktionen zwischen den Bienen und einem Bakterium, das bei Honigbienen die Amerikanische Faulbrut hervorruft lanciert. Das Projekt wurde in Zusammenarbeit mit dem Schweizerischen Zentrum für Bienenforschung in Liebefeld (BE) und dem Veterinärdienst des Kantons Waadt durchgeführt.
Weiter führt Philipp Heeb eine Lehrveranstaltung zu den Grundlagen des Verhaltens von Tieren durch, in der die proximaten Mechanismen beschrieben werden, mit denen der Ausdruck und die Entwicklung des Verhaltens von Tieren erklärt werden können. Eine zweite Lehrveranstaltung behandelt die Verhaltensökologie. Sie befasst sich damit, wie biotische und abiotische Faktoren das Tierverhalten in den natürlichen Lebensräumen gestalten, und es werden die sexuelle Selektion, die Entwicklung der Kooperation sowie die Optimierungskonzepte und -kompromisse behandelt.